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“The M-Collection“ in Rotterdam präsentiert Studioarbeiten von 85 internationalen Künstler*innen aus dem Bereich der Wandmalerei

, by Katia Hermann

Die vielumfassende Gruppenausstellung bei Murals Inc. In Rotterdam präsentiert ab 29. März 2026 neue Kunstwerke aus aller Welt, die Teil einer einzigartigen Sammlung werden: The M-Collection. Da sich die Agentur Murals Inc. zunehmend auf Auftragsarbeiten von Wandmalereien und Großprojekte konzentriert, präsentiert diese Ausstellung Atelierarbeiten, die aus der Wandmalereipraxis der Künstler*innen hervorgehen und diese widerspiegeln. Somit bietet The M-Collection den Besuchern mit Interesse an Wandmalerei einen Einblick in die Vielseitigkeit des Mediums und hebt gleichzeitig die Expertise und kreative Stärke innerhalb des Netzwerks von Murals Inc. hervor. 

Mehr als 85 Wandmaler*innen aus den Niederlanden und dem Ausland werden ihre Atelierarbeiten in den Räumlichkeiten von Mural Inc. präsentieren. Alle teilnehmenden Künstler*innen gehören zum Künstlerpool der Agentur und repräsentieren sowohl die etablierte Kunstwelt als auch die urbane Szene. Zu diesem besonderen Anlass werden die Kunstwerke auf ortsspezifischen Wandgemälden präsentiert, die von Jan van der Ploeg, Johannes Mundinger (siehe interview unten) und Marije Vermeulen zu diesem speziellen Anlass geschaffen wurden.

Marleen van Wijngaarden, Creative Director von Murals Inc., erklärt:

„Ich nenne es eine Sammlung, aber die Idee dahinter ist folgende: Die Datenbank von Murals Inc. umfasst 120 Künstler*innen. Mit den meisten von ihnen habe ich im Rahmen von Ausstellungen zusammengearbeitet, da wir auch über eine große Plattform verfügen, oder im Rahmen von Projekten und Auftragsarbeiten. Mit anderen habe ich noch nicht zusammengearbeitet.

Mit dieser Ausstellung, The M-Collection, möchte ich die Aufmerksamkeit auf unser gesamtes Künstlerverzeichnis lenken, da es auf der Website nicht klar sichtbar ist.

Jede Künstlerin und Künstler präsentiert eine Studioarbeit mit einer maximalen Größe von 1 m². Zusammen bilden diese Werke einen kompakten, vielfältigen und überraschenden Querschnitt durch die künstlerischen Praktiken, die mit Murals Inc. verbunden sind.

Drei Künstler: Jan van der Ploeg, Johannes Mundinger, and Marije Vermeulen wurden eingeladen, ein Wandbild zu schaffen, auf dem alle Studioarbeiten installiert werden.

Während der Rotterdam Art Week und in den fünf darauf folgenden Monaten bietet The M-Collection einen sorgfältig kuratierten Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Wandmalerei. Durch die Präsentation von Atelierarbeiten im Ausstellungskontext zeigt die Ausstellung, wie sich monumentale Praktiken in kleinere, eigenständige Arbeiten umsetzen lassen. Die Ausstellung trägt zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der Wandmalerei bei und verankert das Medium fest im breiteren Feld der zeitgenössischen Kunst. Murals Inc. ist im Kern eine Agentur, die sich der zeitgenössischen Wandmalerei widmet und ihren Fokus gelegentlich auf Atelierpraktiken ausweitet.“



Die Teilnehmer*innen von „The M-Collection“ sind:

Aam Solleveld, Aileen Middel / Mick La Rock, Aimée Terburg, Alan De Cecco / SODA (UK), Amose (FR), Anan Striker, Anders Reventlov (DK), Anders Sletvold Moe (NO), André Smits, Andrea Radai, Andrey Berger (RU), Annemaria Pisak / Nnamari, Ash Keating (AUS), Babette Kleijn, Barbara Helmer, Bart Koldewee, Greg Papagrigoriou & Christos Tzaferos / BLAQK (GR), Bart Lodewijks, Carla Klein, Concrete circle (FR), Daan Botlek, DAG (D), Darry Perier (FR), Elian Chali (AR), Eliote (FR), Erris Huigens / Deconstructie, Eveline Schram, Felix Héaulme / Felix (FR), Filip Sabol (SK), Florian & Michael Quistrebert (FR), Frans Franciscus, Frederik Lizen / Enpleinpublic (BE), Germain Prévost / IPIN (FR), Guido de Boer, Guido Nieuwendijk, Guido Winkler, Hadassah Emmerich, Harry Markusse, Iemke van Dijk, Igor Mikutski (IL), Ire 82 (D), Isabelle Borges (BR), Ishem Rouiaï / Ishem (FR), Iurii & Anatolii / 3TWINS (PT), Ivan & Nikola Gajić / Sobekcis (RS), Ivonne Dippmann (D), Jan van der Ploeg, Jasper van der Graaf, Jelmer Noordeman, Jeroen Erosie, Johannes Mundinger (D), Jorge Oruño / Salvaje Selva (ES), Katy Binks (UK), Kenneth Letsoin, Koen van den Broek (BE), Krista Burger / heimprofi, Lars Breuer (D), Linda Arts, Lisa Couwenbergh, Lydia Wierenga, Luuk Bode, Marie Aly (D), Marije Vermeulen, Marisa Rappard, Martinus Papilaja, Matteo Ceretto Castigliano / CT (IT), Meanr010, MELS (US), Michael Hennings / OFFBEAT (D), Nanna van Heest, Nelio Riga (FR), Otto Baum (D), Pavel Rtue (FR), Petra van Noort, Pierre Soemone (FR), Ricardo van Zwol, Robert Suermondt (BE), Robert Zandvliet, Roland Schimmel, Ropp Schouten / Ropp, Saïd Kinos, Sanne Bruggink, Sergio Gómez / srger (ES), Sigmund de Jong, Simon Schrikker, Surch, Tabe Hemmes, Terry Haggerty (UK), The Krank (GR), Tonneke Sengers, Vakki (KR), Victor Splash (FR), Ruud Kooger / Wat Kleins, Willehad Eilers / Wayne Horse (D)



Interview mit Johannes Mundinger, Berlin, März 2026.

Hallo Johannes! Ich habe gelesen Du hast vor Ort eine Wandmalerei für „The M-Collection“ geschaffen. Kanntest Du den Ort und die Agentur in Rotterdam denn schon vorher?

Vor drei Jahren, 2023 wurde ich von Marleen Van Wijngaarden zu einer kleinen Gruppenausstellung eingeladen, um gemeinsam mit Marie Aly, Jasper van der Graaf und Rtue auszustellen.

Eine Ausstellung bei Murals Inc bedeutet, dass jede:r Künstler:in eine Wand im Ausstellungsraum bemalt. Unsere Ausstellung war eine kleine Premiere, in unserem Fall wurden auch Leinwandarbeiten und von mir kleine Glasbilder gezeigt.  Da Murals Inc normalerweise keine Verkaufsausstellungen macht, wurde für uns Künstler:innen die Anreise, Unterkunft sowie ein Ausstellungshonorar bezahlt, was ich sehr fair finde (zudem dass es in meinem Fall auch Verkäufe gab).


Wie groß ist deine aktuelle Wandmalerei für „The M-Collection“ und wie lange hast Du vor Ort gearbeitet?

Da zu dieser Gruppenausstellung alle Künstler:innen eingeladen sind, die auf der Website von Murals Inc. gelistet werden, werden insgesamt 85 Arbeiten gezeigt, je eine pro Künstler:innen. 

Neben mir haben Jan van der Ploeg und Marije Vermeulen ein Wandbild gemalt. Unsere bemalten Wände fungieren auch als Hintergrund für die eingereichten Arbeiten. So wurde ich eingeladen und habe mein Wandbild vor allem oben, unter der Decke, angebracht. Einzelne Elemente darin ragen nach unten, über die Wand, und interagieren so mit den darauf gezeigten Arbeiten.



Ist auch eine Studioarbeit von Dir dabei? Hast Du diese ausgesucht und nach welchen Kriterien?

Eine kleine Arbeit von mir hängt auch in der Ausstellung, wahrscheinlich sogar mein kleinstes Bild, eine Hinterglasmalerei von 15 x10 cm, die ich als Kontrast zur Größe der Wand ausgewählt habe.


Sind die Arbeiten der Ausstellung zum Verkauf? Oder bleiben die Arbeiten als Sammlung dort und wurden angekauft?

Die Bilder können auch gekauft werden. Üblicherweise nutzt Murals Inc. die Ausstellungen, um die Vielfalt der Wandmaler*innen zu zeigen, die sie anbieten, organisiert also Ausstellungen, die nur Wandmalereien zeigen, keine „Studioarbeiten. Wie ich gerade gelesen haben, wurde mein Bild direkt schon vor der Eröffnung gekauft.


Wie kann man sich die Räumlichkeiten der Agentur denn dort vorstellen? Ein großes helles Gebäude mit weißen Büroräumen und großen Fluren und überall Wandmalereien? Oder werden auch Wandmalereien wieder übermalt?

Der Ausstellungsraum ist das große Büro eines Rotterdamer Architekturbüros, ein langer Raum, mit unterschiedlichen Deckenhöhen. Die Wandbilder werden nach den etwa halbjährlich laufenden Ausstellungen wieder übermalt und durch neue ersetzt.


Eröffnen sich durch diese Agentur neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit für Dich?

Ich bin gespannt, was sich entwickelt.


Du bist ja schon lange aktiv und hast Wandbilder in vielen Ländern geschaffen. Seit wann eigentlich?

Ich bin in Grenznähe zu Frankreich aufgewachsen, wo ich durch das Malen neue Freundschaften knüpfte. So kam es, dass ich recht früh zum Wände bemalen ins Ausland ging. Anfangs waren es meist selbstorganisierte Aktionen, kleine gemeinschaftlichen Ausflüge oder Graffiti Jams. Meine erste Auftragsarbeit war 2011 in Görlitz auf der I-Bug.


Wie siehst Du die aktuellen Entwicklungen im Bereich Wandmalerei/Muralism? Gibt es mehr Auftraggeber als früher? Haben sich die Bedingungen in den letzten 20 Jahren verändert?

Was sich definitiv verändert hat, ist, dass viele kleine Kommunen die Wandmalerei als Touristenattraktion für sich entdeckt haben und kleine Mural Festivals organisieren. 

Zu generellen Entwicklungen kann ich nicht so viel sagen, aber für mich persönlich gab es starke Veränderungen. Bis zur Pandemie 2020 war ich bei zahlreichen Ausstellungen und Mural-Projekten international unterwegs. Mit der Pandemie kam ein Einbruch für Wandmalereien und die Ausstellungstätigkeit überwog. Nun male ich deutlich weniger an Wänden, dafür aber werden diese Auftragsarbeiten besser bezahlt.


Welche künstlerischen Tendenzen kannst Du denn in der Szene in diesem Bereich beobachten?

Wie immer spiegeln sich gesellschaftliche Veränderungen in der Kunst wider, und so beeinflusst die Präsenz digitaler Medien die Motive: Wenn computergenerierte Elemente Eingang finden, Unschärfen, Schnitte, Überlagerungen etc. Und bei der Dokumentation der Wandbilder, werden diese häufig aus Perspektiven gezeigt, die als Passant gar nicht möglich sind, sondern durch Drohnenaufnahmen.

Was ich interessant finde, ist, dass zahlreiche Menschen, die Murals/Wandmalereien schaffen, eher gestalterische Studiengänge absolviert haben, und selten ein Studium an einer Kunstakademie.



Danke Dir vielmals und viel Erfolg!

murals-inc.com
instagram.com/murals_inc/


29 Mar – 31 Aug 2026

Murals Inc.
Piekstraat 31
Rotterdam


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Katia Hermann
French-German art historian, curator and writer. After her studies of art history and cultural management in Paris, Katia moved to Berlin in 2001. For twenty years, she has worked as a freelance exhibition-maker/curator, cultural manager, writer and translator. After working for documentary film- and exhibition productions, she curated thematic exhibitions of modern & contemporary art and photography for institutions, project spaces and galleries. She always endeavors to promote artists with contemporary relevant topics, new visual languages, and tries to mediate to a wide public. After her research grant for fine arts with the topic Urban Art Berlin (Berliner Senate Department of Culture and Europe) in 2017, she initiated and coordinated the Urban Art Week in Berlin in 2018 and 2019. The photo exhibition BERLIN: WRITING GRAFFITI started 2019 to tour to Brussels with a publication. Beside her curatorial practice, Katia gives art tours and writes about urban art, contemporary art, and in particular about post-graffiti painters for magazines and blogs.

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